PR-Ethik-Rat legt Empfehlungen zur politischen Kommunikation für das „Superwahljahr“ 2024 vor

Wien, 7. Mai 2024 – In einer Zeit, in der die politische Kommunikation von ständig wechselnden Rahmenbedingungen geprägt ist, ist es entscheidend, klare Empfehlungen für einen respektvollen und faktenbasierten Diskurs zu setzen. Angesichts des bevorstehenden „Superwahljahrs“ 2024 legt der österreichische PR-Ethik-Rat Empfehlungen zur politischen Kommunikation vor, die sich an Politiker:innen, ihre Kommunikator:innen sowie an politische Strateg:innen und Agenturen richten. „Je geringer das Vertrauen in die Medien, umso schlechter ist es um den Zustand der Demokratie bestellt – und umso größer ist die Gefahr, dass Unwahrheiten und Fake News den öffentlichen Diskurs bestimmen“, sagt Univ.-Prof. Uta Rußmann, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats. „Politische Kommunikator:innen tragen eine besondere Verantwortung und müssen darauf achten, ethische Standards in ihrem Tun zu wahren.“

1. Fakten statt „Fake News“
Politiker:innen tragen eine bedeutende Verantwortung für die Entwicklung unserer demokratischen Gesellschaft. Um eine informierte Debatte zu ermöglichen, ist es unerlässlich, auf korrekte Informationen und nachprüfbare Fakten zu setzen. Die Ausdünnung der Redaktionen klassischer Medien verstärkt die Notwendigkeit, gegen Ungenauigkeiten und Halbwahrheiten vorzugehen.

2. Respekt- und würdevoller Umgang
In einer pluralistischen Gesellschaft ist es von grundlegender Bedeutung, die Vielfalt der Meinungen zu respektieren und politische Diskussionen in einem würdevollen Ton zu führen. Persönliche Angriffe und Diskriminierung sind abzulehnen, da sie die Würde aller Beteiligten verletzen und das gesellschaftliche Klima vergiften.

3. Transparente und faktenbasierte Kommunikation
Politiker:innen sollten transparent und faktenbasiert kommunizieren, indem sie die Quellen ihrer Informationen offenlegen. Die Verwendung irreführender oder unklarer Darstellungen ist zu vermeiden, und politische Kommunikation sollte sich auf verifizierbare Fakten stützen.

4. Diskurs- und Dialogbereitschaft
Politiker:innen haben eine Vorbildfunktion und sollten daher einen offenen Dialog mit Andersdenkenden ermöglichen. Ein respektvoller Austausch von Ideen trägt dazu bei, ein tieferes Verständnis für politische Aufgabenstellungen zu erreichen und die demokratische Gesellschaft zu fördern.

5. Verantwortungsbewusster Umgang mit (sozialen) Medien
Die Rolle der Medien im politischen Diskurs ist von großer Bedeutung, und politische Akteure sollten eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit den Medien fördern. Insbesondere auf sozialen Medien ist es wichtig, Falschinformationen zu verhindern und einen konstruktiven Diskurs zu fördern, um die Integrität des demokratischen Prozesses zu wahren.
„Medienarbeit hat sich durch Social Media, Algorithmen und sich stetig verändernde Kommunikationskanäle grundlegend verändert. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tools, die politischen Kommunikator:innen zur Verfügung stehen“, mahnt Michaela Wein, stv. Vorsitzende des PR-Ethik-Rats. Der österreichische PR-Ethik-Rat ruft daher Politiker:innen, ihre Kommunikator:innen, politische Strateg:innen und Agenturen dazu auf, die Empfehlungen zur politischen Kommunikation zu beachten und somit einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Kultur in Österreich zu leisten.

Link:

https://www.prethikrat.at/wordpress_dev/wp-content/uploads/Leitfaden-zur-Politischen-Kommunikation.pdf

Über den PR-Ethik-Rat
Der Österreichische Ethik-Rat für Public Relations steht für die freiwillige Selbstkontrolle der heimischen PR-Fachleute. Er überwacht die Einhaltung ethischer Grundsätze in der Öffentlichkeitsarbeit, untersucht Streitfälle, zeigt Fehlverhalten und Missstände auf. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darin, Positionen, Prinzipien und Definitionen ethisch korrekten Verhaltens in der PR auszuarbeiten und zu publizieren. Besonders gilt dies für jene Bereiche, in denen ethische Standards (noch) fehlen oder unklar definiert sind. Der PR-Ethik-Rat wird aufgrund von Beschwerden tätig und greift auch selbst Fälle auf. Nähere Informationen zum PR-Ethik-Rat: https://www.prethikrat.at

Rückfragen
Uta Rußmann, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats, 0699 1167 2426
Michaela Wein, stv. Vorsitzende des PR-Ethik-Rats, 0676 9333 786
E-Mail: office@prethikrat.at