Influencer Leitfaden

Ab wann bin ich Influencer? Welche Postings muss ich als #werbung markieren? Und worauf sollte ich sonst noch achten? Fragen, die eigentlich jeden beschäftigen sollten, der regelmäßig auf sozialen Plattformen und Netzwerken eigene Beiträge postet. Dieser Influencer Guide des Österreichischen PR-Ethik-Rates soll Antworten auf diese Fragen liefern und eine praktische Hilfestellung sein für all jene, die bereits Influencer sind oder es noch werden wollen.

Die Fragen dieses Guides sind bewusst sehr kurz gehalten und sollten einfach zu beantworten sein. Zum besseren Verständnis hier ein paar ausführliche Anmerkungen dazu:

In dem Posting ist ein Produkt/Marke zu sehen?

Ein Posting vor dem Lieblings-Friseur, mit dem Lieblingsoutfit oder einem Getränk in der Hand. Oft fällt es uns gar nicht auf, dass Firmen-Logos oder Produkte, die eindeutig einer Marke zugeordnet werden können, im Bild sind. Daher ein erster Check, ob auf dem ausgewählten Foto ein Produkt oder eine Marke zu sehen ist.

Bin ich ein Influencer oder eine Person des öffentlichen Lebens? Kenne ich den Großteil meiner Follower persönlich?

Ob jemand tatsächlich ein Influencer ist oder nicht, lässt sich schwer objektiv bewerten. Ein entscheidender Faktor, der sowohl wissenschaftlich als auch juristisch recht eindeutig bewertet wird, ist die Tatsache, ob sich das Posting nur an einen kleinen, eingeschränkten Freundeskreis oder eine größere Zielgruppe richtet. Dazu gehört z.B. auch, ob ein Profil auf Instagram frei zugänglich oder auf „privat“ gestellt ist oder ob ein Posting auf Facebook für alle oder nur die eigenen Freunde sichtbar ist.

Erhalte ich eine finanzielle, materielle oder auch immaterielle Gegenleistung dafür, dass ich dieses Produkt/diese Marke poste?

Viele denken bei Gegenleistungen an große Sponsorenverträge mit teuren Gagen. Doch die Gegenleistung beginnt bereits damit, dass dir eine Friseurin einen Rabatt dafür gibt, dass du ihr Geschäft in deinen Insta-Stories erwähnst; oder dass dir ein befreundeter Inhaber eines Smoothie-Shops regelmäßig Getränke schenkt und du als Gegenleistung Fotos von dir mit Smoothie über deine sozialen Netzwerke verbreitest.

Ich poste oft über diese Marke/dieses Produkt. Ich profitiere vom starken Image der Marke oder die Marke von meinem Image.

Doch auch wenn es keine Gegenleistung gibt, kann es sein, dass du vom Image einer Marke profitierst oder umgekehrt. In diesem Fall ist es nicht eindeutig, ob dieses Posting tatsächlich als Werbung eingestuft werden muss. Wir empfehlen in diesem Fall eine deutliche Kennzeichnung über die Beziehung von dir zu dieser Firma, der Marke oder dem Produkt.

Handelt es sich bei dem Posting um Werbung bzw. besteht der Anschein, dass es sich dabei um Werbung handeln könnte, so ist eine Kennzeichnung vorgeschrieben. Grundlage dafür ist der Online-Kodex des PR-Ethik-Rates sowie das Mediengesetz.

Bei der Kennzeichnung zu beachten:

  • Diese muss sofort und deutlich ersichtlich sein
  • Die Kennzeichnung als #Werbung darf nicht unter dutzenden Hashtags versteckt sein
  • Die Kennzeichnung muss lt. Mediengesetz eine dieser Bezeichnungen sein: Werbung – Bezahlte Anzeige – Entgeltliche Einschaltung
  • Wenn es ich um ein Video handelt, muss der werbliche Charakter bereits vor dem Öffnen des Videos sowie während der gesamten Abspieldauer erkennbar sein
  • Auch die Verlinkung auf Inhalte anderer Postings oder Seiten gegen Abgeltung in Form von Gegenleistungen muss als #Werbung gekennzeichnet sein

InfluencerLeitfaden (PDF-Version)
Entscheidungsbaum (PDF-Version)

Online Kodex des PR-Ethik-Rates
Prinzipien der Kommunikationsethik in Social Media

Entscheidungsbaum: Ab wann bin ich Influencer?
Entscheidungsbaum: Ab wann bin ich Influencer?